Die wahre Kunst der Erinnerung ist

die Kunst der Aufmerksamkeit.
Samuel Johnson

ADS / ADHS
(oftmals auch HKS - Hyperkinetisches Syndrom)

ADS:        Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom

ADHS:     Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom

Beide Begriffe hört man heute sehr häufig. Sie bündeln bei den betroffenen Personen Symptome, in deren Zentrum die Schwierigkeiten stehen:

► ihre Aufmerksamkeit zu kontrollieren und zu steuern,
► ausdauernd bei einer Sache zu bleiben und
► sich und ihr Handeln zu organisieren.

Kinder und Erwachsene können vom ADS/ADHS gleichermaßen tangiert sein.
Ursachen und Behandlungsmethoden werden seit Jahren von Psychologen, Psychotherapeuten, Neurologen, Kinderärzten, Pädagogen usw. stark diskutiert und analysiert. Oft finden sich dann betroffene Personen mit teils gegensätzlichen Aussagen konfrontiert. Dabei haben die Argumente jedes Einzelnen unstrittig ihre Berechtigung, aber der wichtigste Punkt für eine effektive Hilfe ist die gute Verzahnung aller Beteiligten.
 
Der Pädagoge sollte also zum Beispiel sofort von den Eltern informiert werden, wenn vom Arzt ein ADS/ADHS beim Schüler diagnostiziert oder eine medikamentöse Behandlung eingeleitet wurde. Nur so kann sich der Lehrer optimal auf die neue Situation einstellen, Verhaltensweisen besser deuten und seine Reaktion darauf ausrichten.

Eine umfassende Diagnose muss immer vom Fachmann erfolgen. Bei betroffenen Erwachsenen sollte man sich zuerst vertrauensvoll an seinen Hausarzt wenden. Erster Ansprechpartner für Eltern von auffälligen Kindern ist der Kinderarzt.

Aber nicht bei jedem Kind, welches im Unterricht unaufmerksam ist oder einen chaotischen Arbeitsplatz hinterlässt, ist vorschnell an das ADS/ADHS zu denken. Es gibt bei Kindern durchaus alters- und entwicklungsbedingte Verhaltensformen, die ähnliche Reaktionen wie beim vorliegenden ADS/ADHS zeigen. Auch Veränderungen im unmittelbaren Lebensumfeld (z.B. Trennung oder Tod von Bezugspersonen, Schulwechsel) oder körperliche Erkrankungen sowie Teilleistungsstörungen können zu Verhaltensauffälligkeiten führen.
Ebenso ist der intensive Einfluss der familiären Bedingungen, unter denen ADS/ADHS-Personen aufwachsen, auf den Krankheitsverlauf nicht zu unterschätzen.

Eine Unterscheidung, warum ein Kind oder Erwachsener zum Beispiel Schwierigkeiten beim Umgang mit der Schriftsprache hat, ist bei meiner Arbeit deshalb besonders wichtig. Kann also das Unterrichtsgeschehen aufgrund von Teilleistungsproblemen (LRS/Legasthenie) nicht verfolgt werden oder kommt es aufgrund von Aufmerksamkeitsstörungen zu Verarbeitungsschwierigkeiten.

Ich verzichte bewusst auf die nähere Aufzählung von Symptomen eines ADS/ADHS. Nämlich erst die Zusammenkettung von mehreren Auffälligkeiten, Zeitpunkt, Dauer und Umstände ergeben ein schlüssiges Bild und ermöglichen eine richtige Diagnose. Aber es gilt: Je früher das Problem erkannt und eine angemessene Behandlung eingeleitet wird, um so besser kann geholfen werden.
 

Hilfen aus pädagogischer Sicht
● klare Regeln und Grenzen mit konsequenter Durchsetzung
● eindeutige und kurze Übungs-/Lerneinheiten
● möglichst ruhiges Arbeitsumfeld (z. B. keinen unmittelbaren Tischnachbarn,
   Sitzplatz in der Nähe des Lehrers, Arbeitsmaterial auf ein Minimum beschränken)
● positive Resonanz für genommene Hürden
● ständige Kommunikation zwischen Lehrkraft, Eltern, Erziehern, Therapeuten