Das Kunststück ist nicht, dass man mit dem Kopf durch die Wand rennt,

sondern dass man mit den Augen die Tür findet.
Georg von Siemens

DIAGNOSTIK
 

Durch deutsche Schulen und Amtsstuben, Elterngruppen und Familien kreisen ständig Begriffe, welche als Erklärung für bestimmte Schwierigkeiten im Bereich des Schriftspracherwerbs stehen sollen. Da ist von LRS (Lese-Rechtschreibschwäche), Legasthenie, ICD-10 (internationale Klassifikation psychischer Störungen), Lese-Rechtschreibstörung, Lernstörung, umschriebene Entwicklungsstörung, isolierte Rechtschreibstörung oder Teilleistungsschwäche die Rede.

Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben können verschiedene Ursachen haben. Sie reichen von kurzzeitig auftretenden Problemen etwa durch längere Krankheit, Schulwechsel o.ä. bis hin zur Legasthenie als spezielle Form der LRS.

Ist es aber im Grunde nicht eigentlich egal, welchen Namen wir dem Thema geben? Wichtig ist doch, dass das Problem so rechtzeitig wie möglich erkannt und individuell darauf reagiert wird.

Dazu ist eine umfassende pädagogische  Förderdiagnose, welche sich nicht nur auf die Ausgangssituation (Anamnese) und auf standardisierte Leistungstestverfahren beschränkt, notwendig.

Besonderes Augenmerk lege ich auf die kontinuierliche Beobachtung beim Sprechen, Lesen und Schreiben (Verlaufsdiagnose).
Auf der Grundlage mehrjähriger Erfahrungen mit Vorschulkindern, Schülern und Erwachsenen kann dabei auf vergleichbare Konstellationen zurückgegriffen werden (Vergleichsdiagnose).
Mit gezielten Übungen und Zwischenfragen (Funktionsproben) wird außerdem im Laufe des Trainings der aktuelle Lernstand überprüft (Kontrolldiagnose). Dabei lege ich weniger Wert auf die Anzahl der Fehler (wie bei klassischen Lernzielkontrollen in der Schule), sondern auf die genaue Analyse der Fehlerbereiche.

Auch Bereiche wie Arbeits- und Lernverhalten, Motivation und soziale Kompetenzen, aber ebenso Schul-, Lebens- u/o Arbeitsbedingungen finden Eingang in die Analyse der Lernprobleme und gewährleisten eine individuelle Förderung.

Werden während der Eingangsdiagnose oder im Rahmen der Förderzeit physische u/o psychische  Auffälligkeiten (Seh-/Hörschwäche, Sprachauffälligkeiten, Motorikstörungen, Verhaltensprobleme etc.) erkannt, muss eine externe Abklärung und Betreuung durch Fachärzte, Logopäden, Ergotherapeuten, Psychologen usw. erfolgen (multiaxiale Diagnostik). Eine gut aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit ist hier erstrebenswert, wird aber nicht von allen Beteiligten durchgeführt. Allerdings kann ich durchaus auf einige gute Beispiele der Annäherung mit logopädischen Praxen zurückgreifen.

Alle Anamnese-, Verlaufs-, Vergleichs- und Kontrollverfahren, alle Testauswertungen sowie Angaben und Beobachtungen zu Arbeits- und Sozialverhalten werden regelmäßig dokumentiert und von mir zur Erstellung und Überprüfung des Trainingsverlaufs bzw. zur Erstellung von pädagogischen Anfangs-, Zwischen und Abschlussgutachten herangezogen

 
Tests und Kontrollen, welche bei mir zum Beispiel zur Anwendung kommen können (individuell unterschiedlich):
 

AFS-Test (Aufmerksamkeit - Funktionen - Symptom)
computergestütztes pädagogisches Testverfahren zur Feststellung einer Legasthenie
    Aufmerksamkeit
    Feststellung der differenzierten Aufmerksamkeit (Wahrnehmungsfehler)
    Funktionen (Sinneswahrnehmung / Teilleistung)
    Feststellung differenzierter Teilleistungen
      * optische/visuelle Wahrnehmung
      * akustische/auditive Wahrnehmung
      * Raumlage
      * Serialität
      * Intermodalität (z. B. Verbindung zwischen Gehörtem und Gesehenen)
    Symptom
    Fehleranalyse

PSV (Pädagogischer Sinneswahrnehmungstest im Vorschulalter)

MÜSC (Münsteraner Screening)

HLT (Hamburger Lesetest)

HLP (Hamburger Leseprobe)

MSS (Marburger Sprach-Sceening)

BSL (Bonner Silben-Lesetest)

Differenzierungsprobe nach Breuer/Weuffen

sonstige Schreib- und Lesetests

Spitze in Deutsch

Stolperwörter-Lesetest
EASY-Trainings-Set
PHONIT (Training phonologische Bewusstheit)
Holta die Polta (Training phonologischer Bewusstheit)
MRT (Marburger Rechtschreibtraining)