Unter den Menschen und den Borsdorfer Äpfeln

sind nicht die glatten die besten, sondern die rauen mit einigen Warzen.
Jean Paul

LERNTRAINING  FÜR  ERWACHSENE
 

Sie kennen oder vermuten eine erwachsene Person, die in ihrem Alltag das Lesen und Schreiben gar nicht oder nur mit großer Mühe bewältigen kann.

 

 

Sie haben selbst ein Problem mit dem Lesen und Schreiben und möchten etwas an Ihrer Situation ändern.

   

Sie haben von funktionalen Analphabetismus gehört. Jetzt möchten Sie sich zu diesem Thema informieren und beraten lasse.

   
   

Erwachsene, die Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben, sind in Deutschland gar nicht so selten. Und die Gründe, warum das so ist, sind vielfältig. Eine wissenschaftliche Studie der Uni Hamburg (veröffentlicht Frühjahr 2011) besagt, dass 7,5 Millionen Erwachsene (14,5 % der deutschen Bevölkerung) zur Gruppe funktionaler Analphabeten  gehören. Dazu kommen weitere 13,3 Millionen, deren Schriftsprache bei einem gebräuchlichen Wortschatz fehlerhaft ist. Insgesamt sprechen wir also von rund 21 Millionen Erwachsenen in Deutschland, die mehr oder minder Defizite in der schriftsprachlichen Grundbildung haben.

   

Warum denkt aber der Betroffene meist, dass er ganz allein solch ein Problem hat? Die Antwort ist recht einfach, er schämt sich und scheut die Öffentlichkeit.

 

Funktionale Analphabeten haben über Jahre oder sogar Jahrzehnte geschickt gelernt, ihre Defizite vor Familie, Freunden, Arbeitgebern und Ämtern zu verbergen. Die angeblich vergessene Brille, die zu kleine Schrift oder die verstauchte Hand sind wohl die gebräuchlichsten Ausreden. Wenn dann der Alltag, das berufliche und gesellschaftliche Leben nicht gemeistert wird, verstärkt sich das negative Selbstbildnis des Betroffenen. Oftmals rutscht er, aus Angst vor Enttarnung und Stigmatisierung, in die gesellschaftliche Isolation.

 

Wer ist nun „der“ funktionale Analphabet? Es ist der Jugendliche oder Erwachsene, der in der Schule schon große Probleme mit der Schriftsprache hatte.
Manchmal hat er auch keinen Schul- oder Lehrabschluss geschafft, findet nur Arbeit als ungelernte Kraft oder ist Dauergast beim Arbeitsamt.
Oder er hat endlich einen Lehrvertrag in der Tasche und engagiert sich sehr beim praktischen Teil seiner Ausbildung. Allerdings ist sein Abschluss in Gefahr, weil er in der theoretischen Ausbildung durch mangelhaftes Lesen und Schreiben auf unüberwindliche Hürden stößt.
Ebenso kann er aber auch ein in „Lohn und Brot“ stehender Facharbeiter (z. B. im Baugewerbe) sein. Sein Abschluss war zwar nicht so toll, aber der Arbeitgeber schätzt seine gute handwerkliche Leistung und seine sozialen Kompetenzen im Team. Nur wenn gerade Materiallisten zusammengestellt werden müssen oder der Vorarbeiter mit Bauunterlagen im Anmarsch ist, dann ist seine Arbeitskraft plötzlich vor Ort gerade unentbehrlich und den „Schreibkram“ soll mal jemand anders machen.

 

Funktionale Analphabeten sind also keine klar zu definierende homogene Gruppe. Jeder hat seine eigene Lebensgeschichte und ganz unterschiedliche Lernvoraussetzungen. Diesem Umstand möchte ich bei meinem Lerntraining besonders Rechnung tragen. Die Fördermaßnahme soll in gegenseitiger Wertschätzung und mit ganzheitlichem Ansatz erfolgen.

 
Wichtigste Voraussetzung für eine positive Lernentwicklung aber sind
 

der Mut zum ersten Schritt,
 

Vertrauen, Offenheit und keine Scham sowie
 

der feste Wille, an den Lese- und Schreibschwierigkeiten zu arbeiten.