Große Aufgaben werden nicht durch Stärke gemeistert,

sondern durch Ausdauer!
Samuel Johnson

LRS / LEGASTHENIE
 

Spezielle Angebote für legasthene Kinder und Erwachsene können keine standardisierten Lernangebote sein. Sie werden immer individuell auf die jeweilige Person zugeschnitten. Die unter den Buttons „Lerntraining für Vorschüler“, „Lerntraining für Schüler“, „Lerntraining für Erwachsene“ befindlichen Angaben können nur als Anregung gelten. Bitte lassen Sie sich persönlich beraten!

Duo cum faciunt idem, non est idem.
Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe.

Dieser lateinische Ausspruch könnte stellvertretend für das Thema LRS und Legasthenie stehen. In Deutschland werden nämlich LRS (Lese-/ Rechtschreibschwäche) und Legasthenie häufig in einem Atemzug genannt. De facto muss aber insbesondere bei der individuellen Förderung diese Unterscheidung getätigt werden.
 

LRS (Lese-/Rechtschreibschwäche)
Eine LRS wird durch verschiedene Umstände, welche im Laufe des Lebens vorkommen können, erworben. Diese Umstände können im physischen Bereich (z. B. Seh-/Hörprobleme, motorische Schwierigkeiten, Sprachstörungen usw.) oder psychischen Bereich (z. B. Konzentrationsstörungen) liegen. Ebenso können aber auch Störungen in der allgemeinen Entwicklung u/o Intelligenz oder Ereignisse im psychosozialen Umfeld sowie ungeeignete Lernmethoden oder Lerndefizite die Ursache sein. Ferner führt auch mangelnder Wortschatz oftmals zu einer LRS.
Die Ursachen der LRS ähneln denen einer Sekundärlegasthenie. Wichtiges Unterscheidungskriterium zwischen beiden Formen ist, dass im Umgang mit Buchstaben bei einer LRS keine Sinneswahrnehmungen differenziert sind und sich die Unaufmerksamkeit nicht so offensichtlich zeigt.


LEGASTHENIE
Legasthenie ist eine spezielle Form der LRS. Sie ist nach neuesten Forschungen meist biogenetisch bedingt und somit vererbbar. Legastheniker wird man also nicht, man trägt diese Anlage in sich. Kurz gesagt: Legastheniker ist und bleibt man sein Leben lang!

Nun heißt dies aber nicht, dass sich der- oder diejenige Person seinem Schicksal einfach ergeben muss. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, um gezielt den Umgang mit Buchstaben zu trainieren und es ist außerordentlich wichtig, dass damit so früh wie möglich begonnen wird.
Bereits im Vorschulalter gibt es Anzeichen, welche auf eventuelle Schwierigkeiten beim Lesen- und Schreibenlernen hinweisen können (siehe „Lerntraining für Vorschüler“). Und wir benötigen für jedes Training Zeit, Zeit und nochmals Zeit!

Eine Legasthenie erkennt man, wenn
►    Sinneswahrnehmungen, die für das Schreiben und Lesen benötigt werden,
        nicht ausreichend geschärft sind.
►    im Zusammenhang mit dem Lese- u/o Schreibvorgang eine zeitweise
        Unaufmerksamkeit auftritt.
►    durch nicht geschärfte Sinneswahrnehmungen und der daraus folgenden
        Unaufmerksamkeit Wahrnehmungsfehler entstehen.


Die Legasthenie teilen wir in zwei Formen:
●    literale Legasthenie (Schwerstform der Legasthenie)
●    verbale Legasthenie

Bei der verbalen Legasthenie unterscheidet man in Primär- und Sekundärlegasthenie. Und hier sei ausdrücklich angemerkt: Eine Primärlegasthenie ist nicht zwingend ein Fall für den Arzt oder Psychologen!
Den meisten Menschen mit einer Primärlegasthenie kann mit einem pädagogisch-didaktischen Training geholfen werden. Dies muss natürlich durch einen außerschulischen Legastheniespezialisten oder für diese Thematik sensibilisierten und geschulten Lehrer (leider fehlt allerdings oft im Regelunterricht die Zeit) erfolgen.

Hat sich die Primärlegasthenie allerdings zu einer Sekundärlegasthenie entwickelt (häufig durch Unkenntnis u/o zu langes Abwarten während der Schuleingangsphase im 1.+2. Schuljahr oder aber auch durch krankheitsbedingte Einflüsse), ist das Hinzuziehen eines Fachmannes erforderlich (siehe hierzu auch den Button „Diagnostik“).
 

Pädagogische Definition - Legasthenie
(Quelle: Dr. Kopp-Duller, Astrid: Der legasthene Mensch, Klagenfurt 2004, Seite 25)

„Ein legasthener Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr, seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Symbole, wie Buchstaben oder Zahlen trifft, nach, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen anders empfindet als nicht legasthene Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder Rechnens.“